Radikalisierung und Frauen

 

Die Analyse für den Ausschuss Rechte der Frau und Gleichstellung der Geschlechter (FEMM) des Europäischen Parlamentes wurde von Juli bis November 2017 durchgeführt und verfolgte zwei Zielsetzungen:

 

  • Eine Untersuchung der Faktoren, die zur Radikalisierung von Frauen und ihrer Einbindung in gewalttätigen Extremismus führen sowie existierender Mechanismen zur Bekämpfung der Radikalisierung von Frauen und Mädchen

  • Die Darstellung des Potenzials von Frauen in der Radikalisierungsprävention.

Die Analyse behandelt in diesem Zusammenhang das Phänomen islamischer Radikalisierung.

 

Noch immer wird gewalttätige Radikalisierung in der Regel als ein vornehmlich „männliches“ Phänomen wahrgenommen. Die Rolle von Frauen in extremen Bewegungen wird demnach oft vernachlässigt oder auf die passive Opferrolle reduziert, obwohl sie durchaus aktive Unterstützung leisten, z.B. bzgl. Rekrutierung und Geldmittelbeschaffung, aber auch in operationellen Rollen bis hin zu Attentäterinnen.

 

Frauen spielen daher eine fundamentale Rolle in der Stützung und Verbreitung jihadistischer Ideologien. Dabei gibt es kein allgemeingültiges Profil von Frauen die den Jihadismus unterstützen, jedoch werden oft gewisse Schub- und Sogfaktoren genannt.

 

Insbesondere spielt auch das Internet eine relevante Rolle, besonders in der Rekrutierung von Frauen. Fest steht jedenfalls, dass die weibliche Radikalisierung ein komplexes, multi-kausales Phänomen ist und ebensolche Antworten verlangt.

 

 

Was die Radikalisierungsprävention betrifft, werden Frauen mehrheitlich als Mütter, Schwestern und Ehefrauen involviert. Obwohl dies wichtige Rollen sind, kommt es dadurch aber auch zu einer gewissen Stereotypisierung, die wertvolle andere mögliche Einsatzbereiche von Frauen übersieht, z.B. als Politikbeeinflusserinnen, Erzieherinnen, wichtige Mitglieder der Gemeinschaft und Aktivistinnen.

 

Die Analyse präsentiert verschiedene Good Practice-Beispiele in diesem Feld.

» Hier die ausführliche Analyse.